The Third Wave: Neue Trends in der Kaffeekultur

Cupcino-Gastro-Barista

The Third Wave: Neue Trends in der Kaffeekultur

Wie ist das heute mit der Kaffeekultur? Wir haben mal etwas für Euch recheriert und einen kleinen Ritt durch die Geschichte zusammengetragen – von der first bis zur thrid Wave.

Die Wurzeln des Wortes „Kaffee“ kommen ursprünglich aus dem Arabischen. „Kahwe“ oder „Qahwa“ bedeutet soviel wie Stärke. Kaffee war also schon immer ein starkes und kräftiges Getränk von hoher kultureller Bedeutung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Kaffeegenuss früher hauptsächlich den Reichen vorbehalten war. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung tranken auch ärmere Schichten Kaffee und zwar als Nahrungsersatz. Den ganzen Tag über köchelte Kaffeesuppe auf dem Herd, in die Brotbrocken eingeweicht wurden. Diese Suppe hielt die Menschen warm, bei der Fabrikarbeit wach und verdrängte den Hunger.

Die nächste relevante Bedeutung in der Kaffeegeschichte – die sogenannte „first wave“ oder erste Welle – startete in den 1950er-Jahren. Nach langen Zeiten der Entbehrung im Krieg, als frischer Bohnenkaffee durch Muckefuck ersetzt wurde, feierten die Deutschen jetzt die Rückkehr der gute Bohne. Vorgemahlen und vakuumverpackt erreichte sie die Haushalte und würde frisch aufgebrüht getrunken. Plüschige Cafés mit vielerlei Kuchen und Torten auf Spitzendeckchen aus Papier luden zum gemütlichen Kaffeeklatsch ein.

Bis die zweite Welle in den 1980er-Jahren in Form von italienischem Espresso zu uns schwappte. Jetzt trank man plötzlich Cappuccino oder Latte Macchiato. Kaffeeketten im neuen Design begannen ihren Siegeszug durch die Städte und boten den ganz Eiligen einen „Coffee to go“ an.
Die Bewegung der Enthusiasten, die jetzt den Kaffee neu entdecken und zelebrieren, die „third wave“ in der Kaffeegeschichte, propagiert statt flüchtigem Koffein-Konsum echten Genuss. Der Kaffee wird jetzt wie Wein verkostet, schließlich gehört er mit 800 Geschmackstoffen (Wein hat nur 400) zu den aromareichsten Naturprodukten. Hinzu kommt die Frische. Sie ist oberstes Gebot und deshalb wird der Kaffee in den neuen Szenecafés gleich frisch geröstet. Die Kundschaft erfreut sich über das Spektakel und macht Kaffeegenuss zum echten Erlebnischarakter. Etwa 20 Minuten dauert die Röstung der grünen Bohnen. Bei 200 Grad fangen die inzwischen dunklen Bohnen an zu knacken, die Hülsen platzen und das Volumen verdoppelt sich. Es duftet herrlich. Die Gäste schnuppern und freuen sich über dieses Event, wenn die Klappe aufgeht und die gerösteten Bohnen auf das Kühlsieb rauschen. Auf den Tischen und an den Wänden können sich die Gäste zwischenzeitlich auf schlicht designten Infoblättern über die Herkunft der Bohnen und den absolut fair gehandelt Kaffee, der oft vom Café-Betreiber persönlich bei den Bauern eingekauft wird, informieren. Die neuen Kaffeepuristen der „third wave“ schwören allein auf Bohne und Röstung. Zeitgeist beweist, wer statt Cappuccino mit übertriebener weißer Haube und Kakaoherz einen „Flat white“ mit flachem, feinporigem Schaum bestellt. Dieser Trendstetter aus Australien zeugt von echter Handarbeit, genau wie der neuentdeckte Filterkaffee.
Aber wie es so schön ist, in der deutschen Kaffeelandschaft, können wir uns alle weiterhin über Vielfalt freuen. Denn neben den neue Kaffeepuristen, können sich ein gut gemachter klassischer Cappuccino, ein einfacher Latte Macchiato, aber auch schnuckelige Getränkemischungen wie Macchiato Vanilla Chai weiterhin behaupten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.