Das Verschwinden des Arabica-Kaffees

Cupcino-Kaffee-Plantage

Das Verschwinden des Arabica-Kaffees

Der Arabica-Kaffee ist mit einer der edelsten und geschmacklich feinsten Kaffees der Welt. Auch wir von CUP&CINO bieten ausschließlich Arabica-Kaffee aus den besten Anbauregionen an. Aber seit einigen Jahren geht es dem Arabica-Kaffee an die Substanz, denn die Klimaerwärmung macht ihm schwer zu schaffen. Sie lässt den natürlichen Lebensraum der beliebten Kaffeesorte buchstäblich dahinschmelzen. In 70 Jahren könnte es bereits weltweit keinen wilden Arabica-Kaffee mehr geben. „Dies hätte auch dramatische Auswirkungen auf die kommerzielle Kaffeeproduktion, warnen die Forscher im Open-Access-Fachjournal PLoS One. Denn die kommerziell genutzten Kaffeesorten seien genetisch stark verarmt. Man brauche die Wildpflanzen daher als genetisches Reservoir, um den Kaffee durch Einkreuzungen gegen neu auftretende Schädlinge, Krankheiten oder auch Umweltveränderungen wappnen zu können.“ In einigen Anbaugebieten wie beispielsweise im Südsudan werden die Folgen schon eher spürbar sein. Dort wird es bereits 2020 keinen wilden Arabica-Kaffee mehr geben. „Viele Kaffeepflanzen sind bereits krank oder sogar schon abgestorben, neue Keimlinge gebe es kaum noch. Viele kommerzielle Anbaugebiete werden trotz Bewässerung und anderen Ausgleichsmaßnahmen in Zukunft zu warm sein, um dort weiterhin erfolgreich Arabica-Kaffee zu pflanzen“, schreibt faz.de.

Kaffee ist das weltweit beliebteste Getränk und nach Öl die zweithäufigste Handelsware auf dem Weltmarkt. Bisher war der aromatische Arabica-Kaffee mit 70 Prozent an der Kaffeeproduktion am stärksten vertreten. Doch wegen des stetig steigen Preises ist jetzt auch der koffeinreiche erdig-kräfte Robusta-Kaffee weiter auf dem Vormarsch. Viele große Kaffeeröster fügen ihren Mischungen jetzt mehr Robusta-Bohnen bei, um den Preis stabil halten zu können.

Mit dem Verschwinden des Arabica-Kaffee wird der tägliche Morgenkaffee teurer werden. Neben der Bedrohung durch die Klimaerwärmung macht auch der „Kaffeerost“ der empfindlichen Kaffeesorte das Leben schwer. Dabei handelt es sich um einen Pilzbefall, der erstmalig im 19. Jahrhundert in Kenia entdeckt, und 1970 in Brasilien festgestellt wurde. Im darauf folgenden Jahrzehnt bereitete sich der Kaffeerost über ganz Lateinamerika aus. Doch die Schäden hielten sich bisher meist in Grenzen, werden aber zunehmend bedrohlicher.

Die rasante Ausbreitung des Pilzbefalls ist auf das Wetter zurückzuführen. „Die Sporen des Pilzes brauchen Regen, um sich entwickeln zu können“, sagt Adán Hernández von der Salvadorianischen Stiftung für Kaffeeforschung (Procafé). Ideal seien 18 bis 27 Grad. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Niederschlagsmengen in El Salvador um 625 Millimeter im Jahr erhöht, gleichzeitig stieg die Durchschnittstemperatur. Entscheidend war dann das tropische Unwetter E12, das sich im Oktober 2011 zwölf Tage lang über Zentralamerika abregnete – und ideale Bedingungen für die Sporenbildung des Pilzes schuf. Durch die Klimaerwärmung klettert der Kaffeerost jetzt auch in höher gelegene Regionen und befällt die Kaffeepflanzen. Dort wächst der beste und teuerste Kaffee. Und es wird noch schlimmer kommen: Klimaforscher sagen für Zentralamerika einen Anstieg der Durchschnittstemperatur von bis zu 6,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts voraus.

Der Kaffeerost befällt die Blätter der Kaffeepflanze. Zuerst bilden sich gelbe Flecken an der Unterseite des dunkelgrünen Blattes. Danach verfärbt sich das Blatt wie bei uns im Herbst und fällt schließlich braun und trocken ab. So fällt die Sonne schutzlos auf die Kaffeekirschen und lässt sie im schlimmsten Fall vertrocknen oder schneller reifen, wodurch sich die Armomen aber nicht voll entfalten können. Sie benötigen ein eher langsames Wachstum. Zudem versucht sich die Pflanze sich zu schützen und steckt all ihre Kraft in die Produktion neuer Blätter und kann somit weniger Kaffeekirschen tragen.

Leider ist das Verschwinden des Arabica-Kaffees und der Kaffeerost nur eine von vielen Auswirkung des Klimawandels.

[Quelle: Faz.de]